Mein Equipment
Hier beschreibe ich mein Equipment und einige Erfahrungen damit.
1. Tchibo Newton 76/700mm "Tchibo-Torpedo"
Ihn habe ich auf einem Flohmarkt gefunden und er war verantwortlich für meinen Wiedereinstieg
in die Astronomie. Die Azimuthal-Montierung ist sehr wackelig. Ich habe mir später Rohrschellen
gekauft um ihn auf der parallaktischen LIDL-Montierung verwenden zu können. Außerdem wurde ein
Sucherschuh montiert und die Befestigungsschrauben und Hebel für die Azimuthmontierung entfernt.
Die mitgelieferten Okulare 20mm, 12.5mm und 4mm sind bis auf das 4mm relativ gut (aber natürlich
kein Vergleich mit einem Weitwinkelokular oder Superplössl). Das 4mm, das beim Newton dabei war,
ist echt zum Wegwerfen gewesen. Die 1 1/4" Hülse des Okulars ziert jetzt eine Webcam.
2. LIDL-Scope, Refraktor 70/700mm (Bresser Skylux) "Lidl"
Der Refraktor kommt mit einer parallaktischen Montierung (vergleichbar mit ASTRO 3) und
den üblichen Okularen (20, 12.5 und 4mm). Dabei ist auch ein 6x24 Sucher, eine Sternscheibe
und eine CD mit Cartes du Ciel. Mit diesem Refraktor habe ich Glück gehabt, weil er hat eine
nadelfeine Sternabbildung und das 4mm Okular ist auch unglaublich gut. Zu der Montierung habe
ich einen Nachführmotor erstanden, der problemlos funktioniert. Der Tubus bekam ebenfalls
einen Sucherschuh verpasst und das Rohr des Okularauszugs habe ich nach einer Internet-Anleitung
auf der Tubus-Seite bis zur Zahnstange gekürzt. Für die Stativbeine habe ich im Garten drei
Holzblöcke eingegraben und mit Vertiefungen für die Stativspitzen versehen, so dass das Stativ
immer in der gleichen Stellung steht. So konnte ich die Montierung sogar einscheinern und
60sec-Belichtungen bei hohen Vergrößerungen wurden möglich. Allerdings hat die Montierung schon einen
ordentlichen Schneckenfehler, sodass nicht jedes Bild auch brauchbar ist.
Das LIDL-Scope ist mittlerweile mein mobiles Scope mit der Celestron GT Montierung,
also sozusagen mein "Überall-Schnellschau-Gerät".
3. MEADE ETX70AT Refraktor 70/350mm "Piepsi"
Das Gerät ist ebenfalls eine LIDL-Errungenschaft und mein erstes GOTO-Instrument. Bedingt durch die kleine Brennweite von 350mm ist es ein richtiges Übersichts-Teleskop mit einem großen Gesichtsfeld. Bestechend daran ist, dass es mit einem kleinen Rucksack geliefert wird, in dem das ganze Scope mit Gabelmontierung und Okularen Platz hat und auf dem das Stativ aussen aufgeschnallt wird. Wenn es mit Batterien betrieben wird, ist es ein richtiger kleiner Batteriefresser. Ein neuer Batteriesatz hält, wenn nicht zu wild herumgefahren wird, maximal zwei bis drei Beobachtungssessions. Ein wirklich großer Nachteil sind die lauten Getriebe, die beim Positionieren kreissägenartige Geräusche von sich geben. Das wird nur etwas gemildert, wenn man die Positioniergeschwindigkeit im Menü auf die Hälfte reduziert, ist aber immer noch laut. Also in dicht bewohntem Gebiet in der Nacht nicht zu empfehlen. Und selbst das Nachführgeräusch ist ein durchdringendes Piepsen, das nur aufhört, wenn man den Polarstern beobachtet (da muss ja nicht viel nachgeführt werden). Aber wenn man Beobachtungsplätze abseits der Siedlungen hat, ist es ein liebes kleines Teleskop, das recht gut geht. Eine wichtige Anwendung ist noch anzumerken: Das Teleskop kann über PC oder Laptop gesteuert werden und liefert auch seine Position zurück (sowohl Alt/AZ als auch RA/Decl). Damit kann es hervorragend zur genauen Vermessung der Horizonthöhen am Beobachtungsplatz verwendet werden. Im Programm "Astroplanner" (siehe Software) kann zum Beobachtungsstandort ein Horizontprofil eingegeben werden, das geht recht gut mit dem ETX70.
4. Skywatcher Maksutov-Cassegrain (127/1500mm) auf Celestron GT Goto-Montierung "MAK"
Nachdem ich mich bis jetzt nur im 3"-Bereich bewegte, musste etwas größeres her. Und so fand
ich bei Teleskop-Service den 5" MAK im Set mit der Celestron GT. Diese Montierung ist eine einarmige
Gabelmontierung mit Goto-Steuerung (und wesentlich leiser als das ETX70). Da hüpfte ich nun von Planet
zu Planet und von Deepsky-Objekt zu Deepsky-Objekt. Die zwei Zoll mehr an Öffnung machen natürlich
einiges aus. Der MAK ist sehr transportabel (weil kurz bauend) und hat ein wunderschönes Bild. Die
Fokussierung geht butterweich und fast völlig ohne Spiegelshifting. Die Celestron Montierung geht,
wenn man ein ordentliches Alignment macht und sie nicht überlastet, recht gut. Ich habe das Gefühl,
dass der 5" MAK für die Montierung schon fast zu schwer ist, weil die Nachführung mit dem leichten
LIDL-Refraktor gefühlsmäßig genauer ist.
Der MAK ist schon das erste Scope mit einem T2-Anschluss, so dass ich die DSLR mit einem T2-Adapter
anschließen kann.
5. Edmund Scientific, Astroscan Dobson 104/440mm "Bunki"
Dieses kleine Kugelding ist mir auf einem Flohmarkt um sage und schreibe 12 Euro zugeflogen. Mit
dabei ist ein Plössl-Okular mit 8mm Brennweite, das überraschend gut geht. Der Dobson ist anscheinend
längere Zeit auf einem Dachboden herumgestanden, weil ich vor dem First Light ein Spinnennetz herausholen
musste. Die Glasplatte, welche den Fangspiegel trägt, war nach ein bisschen Putzen wie neu. Der
Hauptspiegel ist parabolisch geschliffen und hat eine dementsprechende Abbildungsleistung. Dadurch
dass der Innenraum relativ dicht abgeschlossen ist, wenn das Okular im Auszug steckt, gibt es in der
kühleren Jahreszeit ein ziemlich heftiges Tubus-Seeing. Also bei Beobachtungen mit tieferer Außentemperatur,
den Dobson ohne Okular rausstellen, dass die warme Luft beim Okularauszug rauskann. Nach einer halben Stunde
ist das Thema erledigt.
Eingesetzt wird er vor allem am Balkon zuhause im Arsenal.
6. Skywatcher Newton 150/750mm, "Callisto"
Nachdem Öffnung nur durch noch mehr Öffnung ersetzt werden kann, wie es in der Astronomie so schön heißt,
war das nächste Rohr schon vorprogrammiert. Und so holte ich mir bei Teleskop-Austria (hi Lajos!) den
Skywatcher Newton mit 150mm Duchmesser, 750mm Brennweite und parabolisch geschliffenem Hauptspiegel.
Ein schnelles Gerät! Endlich ein 6"-Rohr. Mit diesem Rohr habe ich bis jetzt hauptsächlich meine
Fotografie-Experimente gemacht.
Am Anfang hatte ich es auf der LIDL-Montierung. Die war mit dem Tubus eigentlich überfordert, aber
wenn er genau ausgewogen war, ging es doch einigermaßen.
Auch visuell gibt der Newton schon einiges her.
7. GSO Dobson 300/1500mm, "Dicke Bertha"
Der ultimative Lichtkübel! Als Geburtstagsgeschenk von meiner Frau, ebenfall bei Teleskop-Austria gekauft.
Manche Leute (astronomische Laien) fragen, warum ich bei meinen Fernrohren einen Ofen dabei stehen habe.
Die sind dann meistens ganz verblüfft, wenn ich den Deckel runter nehme und sie einen Blick auf den riesigen
Spiegel machen lasse. Den Dobson habe ich auf einer Holzplatte mit vier kräftigen Rädern stehen und kann
so aus der Garage raus fahren und mich im ganzen Garten bewegen (den Bäumen ausweichen wenn sie sich in
den Weg stellen). Dabei war ein 2"-Okular mit 32mm Brennweite und ein 8x50 Sucher, der ja schon selber
ein kleines Fernrohr ist. Mit diesem Dobson kann ich bei dunklem Himmel im Orion-Nebel visuell erste
schwache Farbspuren erkennen. Ja und h & chi Perseus sind ein reiner Genuss.
Eine der wichtigsten Ergänzungen bei diesem Dobson war die Montage eines zweiten Sucherschuh's für
einen Leuchtpunktsucher. Der 8x50 Sucher ist so lichtstark, dass er sehr viele Sterne
zeigt und ich daher relativ schnell den Überblick verliere und nicht mehr weiß wo ich jetzt wirklich bin.
Mit dem Leuchtpunktsucher kann ich jetzt einen markanten (für mich sichtbaren) Stern anfahren und dann mit
dem anderen Sucher weiter hüpfen.
Vielleicht kommt da auch noch ein Telrad drauf.
8. LIDL-Montierung, ASTRO 3
Diese Montierung ist beim LIDL-Scope dabei. Das Erste, das man machen sollte ist die Montierung zu
zerlegen und das klebrige China-Fett durch ein ordentliches Maschinenfett zu ersetzen. Hilfreich ist
auch wenn man das Deklinationsschneckenrad abbaut und mit dem Anschluss für die biegsame Welle nach
oben wieder einbaut. In der Originalversion kann es passieren dass sich die Dec-Welle und die RA-Welle
ins Gehege kommen und die Nachführung anläuft.
Nachdem ich wie oben beschrieben die Holzblöcke eingegraben hatte, spielte ich mich einige Abende mit
der genauen Einnordung und der genauen Polhöheneinstellung. Die Montierung ist jetzt so gut eingestellt,
dass ein Stern bei 116 facher Vergrößerung und 0.5Grad Field of View über zwei Stunden im Gesichtsfeld
bleibt. Und das ohne Polsucher, ohne Schneckenfehlerkompensation, ohne Guiding, einfach drauf los laufen
lassen. Ich kann sie wegstellen, am nächsten Beobachtungsabend wieder hinstellen und die Einstellungen
stimmen noch immer.
9. Synta HEQ-5
Das ist mein Arbeitspferd, die Montierung hat in den Holzblöcken eigene Bohrungen bekommen und
wurde auch eingescheinert.
Sie hat verglichen mit der ASTRO 3 eine unglaubliche Stabilität und ist mit der Zweiachsensteuerung
äußerst bequem einzustellen. Auf ihr werden vor allem der 150er Newton und der MAK verwendet, mit denen
spielt sich die Montierung gewichtsmäßig.
Auf dieser Montierung finden vor allem meine Fotografie-Versuche statt.
Ich bin mit ihr sehr zufrieden. Für die Zukunft plane ich, dieser Montierung einen Guiding-Anschluss
zu spendieren
