Astronomische Formeln
Wenn man durch ein Teleskop schaut kommt früher oder später die Frage nach den Kennwerten wie Auflösung, Öffnungsverhältnis usw. Einige Formeln führe ich hier auf und auch gleich die Kennzahlen von meinen Fernrohren
Inhalt:
Öffnungsverhältnis
Öffnungszahl
Vergrößerung
Austrittspupille
Lichtsammelvermögen
Gesichtsfeld
Auflösungsvermögen
Formelzeichen:
| D | ... | Durchmesser der Teleskopöffnung |
| f | ... | Brennweite des Teleskops |
| fo | ... | Brennweite des Okulares |
| OV | ... | Öffnungsverhältnis |
| OZ | ... | Öffnungszahl |
| V | ... | Vergrößerung |
| AP | ... | Austrittspupille |
| Vmin | ... | minimale sinnvolle Vergrößerung |
| DP | ... | eigener Pupillendurchmesser |
| L | ... | Lichtsammelvermögen |
| Lm | ... | Lichtsammelvermögen in Magnituden |
| TF | ... | wahres Gesichtsfeld |
| AF | ... | scheinbares Gesichtsfeld des Okulares |
| A | ... | Auflösungsvermögen |
Öffnungsverhältnis
Als Öffnungsverhältnis bezeichnet man das Verhältnis
von Objektivdurchmesser und Brennweite des Teleskops
Je größer das Öffnungsverhältnis ist desto lichtstärker ist das
Instrument, je kleiner, desto höhere Vergrößerungen sind erreichbar.
Näheres hier
bei Wikipedia
OV = D/f
| Fernrohr | Öffnungsverhältnis |
| Dobson | 1:5 oder f/5 |
| Lidl | 1:10 oder f/10 |
| ETX70 | 1:5 oder f/5 |
| Mak | 1:12 oder f/12 |
Öffnungszahl
Die Öffnungszahl ist der Kehrwert des Öffnungsverhältnisses
OZ = f/D
Vergrößerung
Die Vergrößerung berechnet sich aus Teleskopbrennweite
und Okularbrennweite, nämlich:
V=f/fo
Es gibt verschiedene Ansichten über die maximale vernünftige Vergrößerung
eines Teleskops. Am meisten hört man einen Wert von 2*D, also den zweifachen
Öffnungsdurchmesser in mm. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die maximal
mögliche Vergrößerung in erster Linie von der Luftunruhe (Seeing) beschränkt
wird. Bei meinem GSO-Dobson mit 300mm Spiegeldurchmesser könnte ich ohne weiteres bis
600-fache Vergrößerung gehen, es gibt aber Tage, an denen geht nicht einmal
75-fach, weil die Sterne vom schlechten Seeing so verschmiert werden. Andererseits gibt es seltene
Ausnahmetage, an denen auch deutlich höhere Vergrößerungen als 2*D möglich sind.
Z.B. 175-fache Vergrößerung mit dem Lidl-Scope (D=70mm).
Austrittspupille
Die Austrittspupille ist der Durchmesser des Lichtstrahls, welcher aus
dem Okular austritt. Sie wird aus dem Öffnungsdurchmesser und der Vergrößerung
berechnet.
AP = D/V
Es hat wenig Sinn mit größeren Austrittspupillen als dem eigenen Pupillendurchmesser
zu beobachten, weil dann Licht verschenkt wird, d.h. es kommt weniger Licht auf der
Netzhaut an, als das Fernrohr hergibt. Der maximale eigene Pupillendurchmesser ist
altersabhängig und nimmt mit zunehmendem Alter ab.
Daraus folgt dass es eine untere Grenze für die Vergrößerung gibt: Nämlich
jene Vergrößerung bei die Austrittspupille gleich dem eigenen Pupillendurchmesser
ist.
also
Vmin = D/DP
Lichtsammelvermögen
Das Lichtsammelvermögen gibt an um wieviel mal mehr das Teleskop Licht sammelt als das
menschliche Auge allein.
L = D2/DP2
Wenn man das Lichtsammelvermögen in Magnituden(mag) umrechnet, kann man durch einfaches
Addieren der freisichtigen Grenzgröße und des Lichtsammelvermögens die
Magnitude der Sterne ermitteln, die mit dem Fernrohr gerade noch gesehen werden können.
Lm[mag] = 2.5*lg(D2/DP2)
Wenn z.B. die Stern-Grenzgröße mit freiem Auge 5.5mag ist und das
Lichtsammelvermögen 10mag ist, dann ist die Grenzgröße im Fernrohr 15.5mag.
Gesichtsfeld
Das Gesichtfeld gibt an welchen Winkel man im Fernrohr überblickt und hangt ab vom
scheinbaren Gesichtsfeld des Okulares und der Vergrößerung.
TF = AF/V
Bei den Okularen gibt es je nach Bauweise verschieden
große scheinbare Gesichtsfelder,die sich von 40° bis über 70° erstrecken.
Wenn ich also beispielsweise ein Weitwinkelokular mit 60° scheinbarem Gesichtsfeld
bei 120-facher Vergrößerung verwende, dann habe ich ein wahres Gesichtsfeld
von einem halben Grad, also einen Vollmonddurchmesser.
Auflösungsvermögen
Das Auflösungsvermögen ist jener Winkel unter dem zwei Sterne im Fernrohr noch
getrennt wahrnehmbar sind und wird üblicherweise in Bogensekunden angegeben. Nähere
Erklärungen gibts unter anderem
hier bei Wikipedia oder
hier
oder auch
hier
im ATM-Wiki.
Grundsätzlich wird das Auflösungsvermögen vor allem durch das Seeing begrenzt,
das heißt das theoretische Auflösungsvermögen eines Fernrohres wird durch die
Luftunruhe meistens nicht erreicht.
Eine meiner Meinung nach gute Näherung ist folgende Formel, die für den mittleren
Bereich des sichtbaren Spektrums berechnet ist.
A = 138/D
Auflösungsvermögen in Bogensekunden,
Durchmesser der Optik in mm
