Tipps und Tricks
Hier werden in lockerer und unregelmäßiger Folge astronomische Tipps und Tricks erscheinen.
Standplatz für die äquatoriale Montierung
Nachdem ich die Montierung nicht fix aufstellen kann, habe ich mir eine Methode überlegt, wie ich die Montierung reproduzierbar genau aufstellen kann, so dass ich sie nicht jedesmal neu einstellen muss.
Die Lösung war, für jedes Stativbein eine Holzplatte im Boden zu versenken. Dann
wurde das Stativ so genau wie nur irgendwie möglich waagerecht ausgerichtet. Nach dieser
Ausrichtung wurde für jede Stativspitze eine Bohrung im Holz gemacht. Die zweite,
nichtumrandete Bohrung im Bild ist für die Astro-3, für die habe das ursprünglich
erfunden. Der nächste Schritt war, die Montierung "einzuscheinern". Dafür habe ich eine
halbe Beobachtungsnacht verwendet. Anleitungen zum Einscheinern einer äquatorialen
Montierung gibts im Internet.
Meine HEQ5 läuft jetzt so genau, dass ich ohne Probleme Belichtungen mit 90 bis 120 Sekunden machen kann und vor allem kann ich sie wegnehmen und wieder hinstellen, und sie läuft wieder so genau wie vorher. Das einzige, das ich noch machen muss, ist regelmäßig die Schrauben zu kontrollieren
Die Scheinerblende
Beim Fotografieren mit der Spiegelreflexkamera am Teleskop ist eine der schwierigsten
Aufgaben das Scharfstellen, speziell wenn kaum helle Sterne zur Verfügung stehen.
Die Lösung für dieses Problem habe ich im Internet gefunden, die Scheinerblende.
Es gibt verschiedene Versionen, mit drei oder vier Löchern, runden oder Eckigen Löchern.
Die Blende auf dem Bild habe ich mir provisorisch aus einem Verpackungskarton gebastelt. Und
wie das Provisorien so an sich haben, sie lebt immer noch und ist voll in Verwendung.
Die Blende kommt vorne aufs Teleskop drauf. Wenn man nicht im Focus ist, hat man im Sucher
von jedem Stern drei relativ dunkle Bilder. Je näher man zum Focus kommt, desto enger
rücken die Bilder zusammen. Wenn der Focuspunkt erreicht wird, hat man von jedem Stern nur
ein Bild und das wird plötzlich deutlich heller, fast ein Aufblitzen. Wenn man über
den Punkt hinaus geht, werden die Sterne im Sucher wieder dunkler und gehen wieder auf drei
Bilder auseinander. Mit einiger Übung erkennt man das Aufblitzen sofort und hat in
kürzester Zeit scharfgestellt
So wie in nebenstehendemBild sieht ein Stern mit Scheinerblende
fotografiert aus. Die Löcher einer Scheinerblende für ein Spiegelteleskop sollten nicht näher
zur Mitte hingehen, als bis zum Fangspiegelrand und nach außen natürlich nur
bis zum Hauptspiegelrand. Meine Scheinerblende erfüllt das erste Kriterium in keiner
Weise, sie funktioniert aber trotzdem hervorragend.